Statements der fünf Landtagsfraktionen / Plenarsitzung im Chiemseehof
(LK) „Kostenexplosion bei den Festspielen – Ist eine halbe Milliarde nicht genug?“, eingebracht von KPÖ PLUS, ist Thema der Aktuellen Stunde bei der morgigen Plenarsitzung des Salzburger Landtags im Chiemseehof.
Die im Landtag vertretenen Fraktionen ÖVP, FPÖ, SPÖ, KPÖ Plus und Grüne übermittelten zum Thema der Aktuellen Stunde folgende Statements:
Pallauf: „Festspiele für Salzburg unverzichtbar.“
„Die Salzburger Festspiele sind als Kulturinstitution von Weltrang für den Kultur-, Tourismus- und Wirtschaftsstandort Salzburg unverzichtbar. Als eines der bedeutendsten Festivals prägen sie Salzburg, ihre Spielstätten beherbergen auch zahlreiche andere wichtige Kulturinstitutionen und sie sind darüber hinaus wichtiger Wirtschaftsmotor, der hunderte Arbeitsplätze sichert. Wir bekennen uns auch in Zeiten budgetärer Herausforderungen klar zu den Festspielen, auch weil wir wissen, dass Steuergelder dort sehr sorgsam eingesetzt werden und durch die enorme Umwegrentabilität jeder investierte Euro um ein Vielfaches wieder zurückkommt“, so ÖVP-Kultursprecherin Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf.
Teufl: „Kostentransparenz und Kontrolle.“
„Die Festspiele sind ein kulturelles Aushängeschild und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Sie sichern Arbeitsplätze und stärken zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen. Gerade deshalb muss bei ihrer Sanierung höchste Verantwortung gelten. Finanziert wird das Projekt mit Steuergeld, das auch für unsere Familien, für leistbares Wohnen, für Pflege und für Sicherheit benötigt wird. Ein Jahrhundertprojekt darf kein Freibrief für Kostensteigerungen sein. Es braucht daher volle Kostentransparenz und verbindliche Obergrenzen. Nur wenn verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgegangen wird, kann dieses Projekt auch die Akzeptanz der Salzburger finden“, so FPÖ-LAbg. und Zweiter Landtagspräsident Andreas Teufl zum Thema der Aktuellen Stunde.
Brandauer: „Neubau alternativlos, aber mit Kostendisziplin.“
Für die SPÖ hält LAbg. Bettina Brandauer fest: „Die Salzburg Festspiele erbringen jedes Jahr neue Höchstleistungen im kulturellen Bereich und sind das Aushängeschild von Stadt und Land Salzburg. Leider können die Festspielhäuser bzw. deren Infrastruktur nicht mit den kulturellen Höchstleistungen mithalten. Daher sind Maßnahmen wie die Sanierung des Großen Festspielhauses und der Neubau des Werkstättengebäudes geradezu alternativlos. Im Mittelpunkt stehen der Schutz der Arbeitnehmerinnen und -nehmer, Brandschutz und bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte, Künstlerinnen und Künstler sowie Werkstättenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Bislang wurden die budgetierten Gesamtkosten eingehalten. Die Umsetzung darf nur auf Grundlage von Kostendisziplin, Transparenz und klarer Kontrolle erfolgen.“
Hangöbl: „Kein Cent zusätzlich für die Festspielhaus-Sanierung.“
„Das Prestigeprojekt Festspielhaus-Sanierung wird immer mehr zum Fass ohne Boden. Ursprünglich waren 263 Millionen Euro veranschlagt, aktuell kostet sie eine halbe Milliarde Euro, laut Rechnungshof sogar bis zu 635 Millionen. Die Landesregierung hat sich von Beginn an für die zweitteuerste von sieben Varianten entschieden. Wir fordern von Karoline Edtstadler eine Landeshauptfrau-Garantie: Kein Cent zusätzlich für die Festspielhaus-Sanierung. Eine halbe Milliarde Euro ist mehr als genug!“, betont KPÖ Plus-Klubobfrau Nathalie Hangöbl.
Heilig-Hofbauer: „Zweckmäßig und sparsam sanieren.“
„Für uns ist klar, dass bei der Sanierung des Festspielhauses die beschlossenen Kostenrahmen und Preisdeckel eingehalten werden. Ein zweckmäßiger und sparsamer Zugang ist auch bei der Ersatzspielstätte notwendig. Gleichzeitig ist klar, dass kurz vor Baubeginn, nachdem bereits Aufträge vergeben wurden, nicht gestoppt und neu geplant werden kann. Das würde das Projekt um Jahre verzögern und um Millionen verteuern. Zudem sollte allen bewusst sein, dass die Festspiele jedes Jahr in nur sieben Wochen fast 100 Millionen Euro an Steuern und Abgaben leisten. Für die öffentliche Hand rentiert sich die Investition in die Festspiele daher bereits nach wenigen Jahren“, sagt der Kultursprecher der Grünen, LAbg. Simon Heilig-Hofbauer.
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Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260707_60 (sm/ap)