Land verstärkt seine Unterstützung für gehörlose Menschen

Veröffentlichungsdatum07.07.2026Lesedauer3 Minuten

Jahresförderung wird 2026 auf 543.000 Euro erhöht (Plus 8,9 Prozent) / 25 zusätzliche Wochenstunden für Gebärdensprachdolmetscher

(LK)  Mit Unterstützung des Landes Salzburg kann der Gehörlosenverband zwei Beratungsstellen im Bundesland betreiben – in der Stadt Salzburg und in St. Johann. Dort erhalten gehörlose Menschen und Menschen mit Hörbehinderung nicht nur Informationen und Unterstützung für ihren Alltag, sondern es werden auch Dolmetschdienste für Gebärdensprache organisiert.

  • Landesrat Wolfgang Fürweger beim Besuch der Beratungsstelle mit Verbandsleiter Gergö Toth und Vorstandsmitglied Reinhard Aichhorn.
  • Landesrat Wolfgang Fürweger im Videostudio des Verbandes, wo Filme zur Erlernung der Gebärdensprache gedreht werden.
  • Landesrat Wolfgang Fürweger und Verbandsleiter Gergö Toth beim Vortrag zu aktuellen Themen, unter anderem zum Thema Führerschein.

Im Zentrum für Gehörlose in Salzburg-Itzling finden Beratung, Gebärdensprachkurse und regelmäßig Veranstaltungen statt. Außerdem leben dort 40 gehörlose Menschen. Soziallandesrat Wolfgang Fürweger konnte sich dort vor kurzem mit gehörlosen Menschen und dem Gehörlosenverband über wichtige aktuelle Themen austauschen. „Der Gehörlosenverband leistet wertvolle Arbeit für die Community und ist für mich ein zentraler Ansprechpartner in allen Belangen, die das Leben dieser Menschen betreffen. Es freut mich daher besonders, dass wir die Förderung des Landes heuer um 8,9 Prozent auf 543.000 Euro erhöhen konnten“, so Fürweger.

Mehr Mittel für Gebärdensprachdolmetscher

Die höhere Förderung ermöglicht nicht nur den Betrieb der Beratungsstellen, sondern auch 25 zusätzliche Wochenstunden für Gebärdensprachdolmetscher. „Dies verbessert den Zugang zu Behörden, zum Gesundheitswesen, zur Bildung, zum Arbeitsmarkt sowie zur alltäglichen Kommunikation spürbar“, so Verbandsleiter Gergö Toth und hält fest: „Die Unterstützung des Landes Salzburg stärkt nicht nur die Stabilität unserer Organisation, sondern leistet auch einen konkreten Beitrag dazu, dass gehörlose Menschen barrierefrei und mit gleichen Chancen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dafür sind wir dem Land Salzburg für sein Vertrauen und seine Partnerschaft aufrichtig dankbar.“

3.709 Beratungen im vergangenen Jahr

Laut dem Tätigkeitsbericht des Gehörlosenverbands war das Jahr 2025 für die Beratungsstellen erneut von hoher Auslastung und organisatorischer Weiterentwicklung geprägt. Insgesamt wurden die Beratungsstellen 3.709 Mal in Anspruch genommen. Schwerpunkte waren laut dem Tätigkeitsbericht 2025 vor allem die Sozialberatung, die Vermittlung und Organisation von Dolmetschdiensten, Gebärdensprachkurse sowie Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen im Beratungskontext. Besonders sichtbar waren auch der anhaltende Bedarf an Unterstützung bei Amtswegen, digitalen Verwaltungsprozessen, der Integration gehörloser Vertriebener aus der Ukraine sowie bei Anträgen nach dem Heimopfergesetz.

Straßwalchen: Neue Wohn- und Tagesbetreuungseinrichtung

Die Finanzierung des Beratungs- und Unterstützungsangebots ist aber nur ein Teil der vielseitigen Hilfe durch das Land Salzburg. In Straßwalchen zum Beispiel entsteht derzeit eine Wohn- und Tagesbetreuungseinrichtung für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen. Dort werden elf Wohnplätze geschaffen – mit Gebärdensprache als Alltagssprache.

Von Frühförderung bis Führerschein

„Inklusion bedeutet, Barrieren abzubauen und echte Teilhabe zu ermöglichen“, betont Soziallandesrat Wolfgang Fürweger. Daher ist es ihm wichtig, dass das Unterstützungsangebot alle Lebensbereiche abdeckt. „Wir arbeiten derzeit daran, dass es künftig wieder Führerscheinkurse für gehörlose Menschen geben wird. Mir ist außerdem wichtig, dass gehörlose Kinder zweisprachig aufwachsen können – mit Gebärdensprache und Lautsprache. Auch ein Cochlea-Implantat kann die Gebärdensprache nicht ersetzen, denn technische Hilfsmittel haben ihre Grenzen“, so Fürweger. Das Land fördert die außerschulischen Gebärdensprachkurse für Kinder mit Hörbehinderung und deren Angehörige mit 8.000 Euro jährlich.

 

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Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260707_21 (bk/mw)  

DatenquelleLand Salzburg
Veröffentlichungsdatum07.07.2026