Strategischer Rahmen für sichere, effiziente und zukunftsfähige Mobilität / Breiter Konsens sichergestellt
(LK) Das Land Salzburg hat heute sein neues Mobilitätskonzept „salzburg.mobil 2035“ präsentiert. Es bildet den strategischen Rahmen, um Mobilität in Salzburg sicher, effizient und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Zudem soll es die laufende Mobilitätswende weiter vorantreiben.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll und LandesbaudirektorDaniel Burtscher (Abteilung Infrastruktur und Verkehr) präsentierten heute das Landesmobilitätskonzept 2026-2035.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll: „Wir wollen ein modernes, gut vernetztes Mobilitätssystem schaffen – eines, das den Alltag der Salzburgerinnen und Salzburger erleichtert, die Wirtschaftsagenden des Landes unterstützt und gleichzeitig unsere Umwelt schützt“, so Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll.

Bis zum Jahr 2035 will das Land Salzburg den Anteil der Wege mit dem öffentlichen Verkehr, dem Fahrrad und zu Fuß weiter steigern.
„Mobilität ist eine der zentralen Zukunftsfragen für das Land Salzburg. Sie entscheidet mit darüber, wie lebenswert unsere Regionen bleiben, wie gut unsere Wirtschaft funktioniert und wie wir die Klimaziele erreichen können“, betont Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll anlässlich der Präsentation des Landesmobilitätskonzepts 2026-2035 (LMK). Es orientiert sich an drei klaren Leitzielen: „Klimaneutral und umweltfreundlich“, „sicher und für alle“ sowie „Verkehr wohlstandsfördernd gestalten“. Diese bilden die Basis für die kommenden zehn Jahre und aus diesem Rahmen sollen weitere wichtige Projekte entstehen.
53,5 Prozent mehr Fahrgäste, eigenes Öffi-Referat
Das neue Konzept baut auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre auf. Im öffentlichen Verkehr hat das Land das Angebot und die Nachfrage in den vergangenen Jahren spürbar ausgebaut. Besonders unterstützt hat dabei auch eine einschneidende Verwaltungsreform: Seit dem Jahr 2020 gibt es im Land Salzburg erstmals ein eigenes Referat, das sich insbesondere mit dem öffentlichen Verkehr befasst. „Seit 2018 konnten die Bestellkilometer im öffentlichen Verkehr um 50,4 Prozent und die Fahrgastzahlen um 53,5 Prozent gesteigert werden. Besonders erfreulich ist der Erfolg des Klimatickets Salzburg. Wir können das günstigste regionale Klimaticket Österreichs anbieten. Aktuell gibt es rund 120.000 gültige Klimatickets, was einer Steigerung der Jahreskarten um 137,9 Prozent seit 2018 entspricht. Damit besitzt statistisch betrachtet jeder fünfte Salzburger ein Klimaticket“, berichtet Schnöll. Die aktuelle Mobilitätserhebung (2022) zeigt, dass in Salzburg:
- 45,5 Prozent der Wege mit dem Pkw als Lenkende zurückgelegt werden,
- 18,8 Prozent der Wege zu Fuß erfolgen,
- mit dem Fahrrad zu 12,9 Prozent zurückgelegt werden und
- der Anteil des öffentlichen Verkehrs 12,3 Prozent beträgt.
Damit konnten die Modal Split-Ziele des ausgelaufenen Landesmobilitätskonzepts aus dem Jahr 2016 bereits vorzeitig erreicht werden. Der Kfz-Anteil und der Anteil des Umweltverbunds (ÖV, Rad- und Fußverkehr) sind im Bundesland ausgeglichen.
Sieben Prozent weniger Pkw-Verkehr
Bis zum Jahr 2035 will das Land Salzburg den Anteil der Wege mit dem öffentlichen Verkehr, dem Fahrrad und zu Fuß weiter steigern. Konkret ist geplant, den Anteil des Radverkehrs von 12,9 Prozent auf 15,5 Prozent, den Anteil des öffentlichen Verkehrs von 12,3 auf 14,5 Prozent und den Anteil der Fußwege von 18,8 auf 20,5 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig soll der Pkw-Lenkeranteil von 45,5 auf 38,5 Prozent gesenkt werden. „Wir wollen ein modernes, gut vernetztes Mobilitätssystem schaffen – eines, das den Alltag der Salzburgerinnen und Salzburger erleichtert, die Wirtschaftsagenden des Landes unterstützt und gleichzeitig unsere Umwelt schützt. Das Angebot soll noch attraktiver werden, damit der freiwillige Umstieg gelingt. Uns ist bewusst, dass dennoch viele Salzburger auf das Auto angewiesen sind“, so Schnöll.
Öffi-Ausbau und Güterverkehr auf die Schiene
„Um die Ziele zu erreichen verfolgt das Landesmobilitätskonzept einen integrierten und nachhaltigen Ansatz zur Weiterentwicklung des Verkehrssystems. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung des öffentlichen Verkehrs durch den Ausbau von Bahn- und Busangeboten, die bessere Verknüpfung mit der Siedlungsentwicklung sowie der Ausbau der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur“, unterstreicht Landesbaudirektor Daniel Burtscher, dessen Abteilung sich für die Erarbeitung des Landesmobilitätskonzeptes verantwortlich zeichnet. Ergänzend werden emissionsfreie Mobilität, Mikro-ÖV im ländlichen Raum, die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, innovative Logistiklösungen und eine nachhaltige Freizeitmobilität gefördert, um eine klimafreundliche und leistungsfähige Mobilität sicherzustellen. Zu den konkreten Maßnahmen zählen zum Beispiel:
- Wiederaufbau der Pinzgauer Lokalbahn und Einführung eines 30-Minuten-Takts bis mindestens Mittersill.
- Selektiver zweigleisiger Ausbau der Salzburger Lokalbahn (Salzburg–Lamprechtshausen) zur Ermöglichung eines 15-Minuten-Takts.
- Ausbau von Busbeschleunigung und Busbevorrangung (infrastrukturelle und telematische Maßnahmen).
- Landesweite Ausrollung des Mikro-ÖV (inkl. Evaluierung der Pilotregionen).
- Ausbau von Park & Ride und Bike & Ride unter Sicherstellung der Kapazitäten für Pendelnde sowie nutzungskonforme Verwendung und Kontrollen.
- Fortführung und Aktualisierung des Salzburger Verkehrssicherheitsprogramms nach dem Leitmotiv „Vision Zero“.
- Fortführung der systematischen Maßnahmenplanung zum Erhalt der Landesstraßen, -brücken und -tunnel.
Bürgerbeteiligung und breiter Konsens
Die Erarbeitung des Konzepts erfolgte unter breiter Einbindung. Ein eigens eingerichteter Bürgerrat mit neun Personen aus allen Landesteilen diskutierte intensiv und formulierte den Grundsatz „Jetzt in Bewegung kommen!“. Neben den Bürgerinnen und Bürgern waren Fachabteilungen, der Salzburger Verkehrsverbund, die Innovation Salzburg GmbH sowie zahlreiche Stakeholder und Interessenvertretungen am Prozess beteiligt. Parallel liefen Verwaltungsgespräche zwischen Stadt Salzburg und Land zur Abstimmung des Landesmobilitätskonzeptes Salzburg mit dem Mobilitätsplan der Stadt Salzburg.
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Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260707_20 (bk/mw)